Erkundungstour durch Kalabrien
zur Urlaubshauptseite

zur Urlaubshauptseite

zur 1. Seite des Reiseberichts

zurück zur
Seite 1 (Kalabrien)

Scilla, Gerace, Serra San Bruno, Stilo

Unser erster Tag mit dem Mietauto führte uns die Küste entlang in südlicher Richtung nach Scilla.  An der nördlichen Einfahrt in die Straße von Messina liegt Scilla , ein sehr schöner Fischer- und Badeort.
Scilla ist das antike ”Scyllaeum”. Schon in Homers Odyssee wird von dem gefährlichen Felsen bei der Einfahrt in die Meerenge von Messina berichtet. Der Ort liegt sehr schön und ein Spaziergang durch die Gassen des kleinen Fischerhafens ist zu empfehlen. So wie bei uns der Parkplatz für das Auto, so gibt es hier neben jedem Haus am Meer einen Platz für das Fischerboot. Interessant sind auch die Harpunenboote für den Schwertfischfang (Passarella). Der Ausguck sieht abenteuerlich hoch und wackelig aus !

Harpunenboot (Passarella)
Scilla
Strand bei Scilla

Stadttor Gerace

Bei der Rückfahrt von Scilla entlang der Küste wird man immer wieder durch herrliche Ausblicke auf das Meer und die schöne Landschaft belohnt. Am nächsten Tag war unser Ziel die Ionische Küste. Auf der Schnellstraße bei Rosarno fuhren wir zuerst nach Locri und besichtigten dort die antiken Ausgrabungsstätten “Locri Epizefiri”. Dies war jedoch relativ enttäuschend, weil einerseits das antike Theater wegen aktueller Ausgrabungen gesperrt war und andererseits recht wenig zu besichtigen war. Vielleicht sind wir auch durch diverse Ausgrabungen in der Türkei und Griechenland verwöhnt !

Blick auf die Ionische Küste von Gerace

Aber es handelt sich hier um die aufschlussreichsten Ausgrabungen über die legendäre “ Magna Graecia” in Kalabrien. Die früheren Bewohner von Locri gründeten zum Schutz von Eroberern die 9 Km in den Bergen entfernte Stadt Gerace. Die Fahrt dorthin führt durch enge Serpentinen hinauf in den Aspromonte. Gerace ist ein ruhiges Bergdorf mit Blick auf die Küste und die Berge. Nach einem Eis auf der Piazza und einem Bummel durch die alten hübschen Gassen fuhren wir in einer grandiosen Kurvenfahrt durch die herrliche Landschaft des Aspromonte zurück nach Tropea.

in Gerace Santa Maria del Bosco

Ein weiterer Tagesausflug war die Fahrt durch die Berg- und Hügellandschaft der Serra San Bruno in Richtung Stilo. Die Straße führte hier wirklich atemberaubend eng und steil in 90 Grad Serpentinen durch das am Hang klebende Soriano Calabro zu dem gleichnamigen Ort “Serra San Bruno”. Dort schauten wir uns die alte Kirche Santa Maria del Bosco an. Es ging dann nach einer Pause weiter durch dichten Wald bis auf 1400 Meter. Der Wald ist dort so dicht, dass wir die Sonne erst nach einer 3/4 Stunden Fahrt wieder erblickten. Die Landschaft ähnelt den Almlandschaften in Österreich. Dann ändert sich die Landschaft radikal, die Wälder verschwinden und die kargen eingeschnittenen Täler verbergen kleine Ortschaften die am Berg kleben. Wir erreichten nach steiler Abfahrt durch Traumlandschaften Stilo, nahe der Ionischen Küste. Für mich einer der schönsten Orte Kalabriens !!!

Berge und Küste bei Stilo

Stilo und die wunderschöne Berglandschaft. Im Hintergrund die Ionische Küste.

Stilo

Als ich als kleiner Junge “Rinaldo Rinaldini” gelesen habe, habe ich mir die Landschaft genau so vorgestellt.

Liparische Inseln (Stromboli, Lipari, Vulcano)

Am vorletzten Urlaubstag unternahmen wir unsere Schiffsreise zu den Inseln der Winde und Feuerberge. Früh um 7:30 Uhr ging es direkt von unserem Hotelstrand aus los. Der Stromboli-Express fuhr in den Sand und klappte die Treppe herunter. Am Capo Vaticano wurden noch Reisende abgeholt und los ging es zur etwa 2 stündigen Fahrt Richtung Stromboli (ca. 80 Km Entfernung). Dann tauchte er vor uns auf. Es ist schon beeindruckend wie hoch und steil dieser aus dem Meer ragt. Auch die Farben des Berges sind interessant.

Das Schiff legte an und es war Gelegenheit für einen Spaziergang durch die engen Gassen des Dorfes. Wenig zu sehen gibt es hier von der vulkanischen Tätigkeit. Alle 20 Min. steigen aus den Kratern Rauchwolken auf.

Stromboli

Irgendwie spürt man jedoch, das man an einem besonderen Ort ist. Immerhin werden alle 20 Minuten kleine Magmafontänen ausgestoßen und die glühende Lava fließt über die Feuerbahn langsam ins Meer.

Abfahrt mit dem Stromboli Express

Stromboli ist 926 m hoch und die Meerestiefe beträgt hier ca. 2 000 m. Eigentlich ist er also rund 3000 m hoch !
Die schönen Gärten zeigen wie fruchtbar der Lavaboden ist.

Garten auf Stromboli

Kirche auf Stromboli

Nach dem Ablegen von Stromboli umrundeten wir die Insel und fuhren am Krater und an der Feuerbahn vorbei. Die Naturgewalten werden hier ganz deutlich. Man staunt nur noch und ich dachte daran wie dieser Berg aus dem Meer entstanden sein muss. Die glühende Lava ist jedoch nur Nachts zu sehen. Einen Ausbruch mit entsprechender Rauchentwicklung bekamen wir zu sehen. (siehe rechts)

Dorf auf Stromboli
Krater Stromboli

Unsere nächste Anlegestation war die Hauptinsel Lipari. Es war jetzt um die Mittagszeit. Und von wegen Inseln der Winde. Kein Lüftchen ging und es war unheimlich heiß und schwül. Der kurze Aufstieg zu der einstigen Akropolis mit der Normannischen Kathedrale war eine schweißtreibende Angelegenheit. Der Blick von oben auf den malerischen Hafen war eine kleine Belohnung.

Lipari Hafen

Eine wichtige Rolle spielt auf Lipari der Abbau und Export von Bimsstein für den Einsatz in Putzmitteln oder Zahnpasta. Dann gab es nur noch eins, rein in die nächste Eisdiele und dann noch eine große Flasche Wasser besorgen. Der Bummel durch die Altstadt und die Einkaufsstraße von Lipari war bei dieser Hitze kaum zu ertragen. Es ging wieder zurück auf den Stromboli-Express und man erwartete sehnlichst die Abfahrt des Schiffes damit endlich Fahrtwind aufkommt. Endlich ging es los.

Die Hitze ließ jetzt zum Glück etwas nach. Je näher wir an Vulcano heran kamen desto deutlicher wurde der Geruch. Ein intensiver Schwefelgeruch kam uns entgegen. Überall sieht man die gelben Schwefelablagerungen. Überall auf der Insel steigen schwefelhaltige Wasserdämpfe auf. Heiße Fumarolen (Dampfquellen) sind zu sehen. Selbst im Meer blubbert das Meerwasser. Jetzt hat jeder die Gelegenheit in dem stark riechenden Schlamm der Thermalquelle “Aqua di Bagno” zu baden. Wir zogen es vor die Thermalquelle nur zu besichtigen. Einige Mitpassagiere badeten. Danach wäscht man sich im nahe gelegenen Meer ab. Die Reiseleiterin erzählte uns jedoch, dass der Schwefelgeruch an der Haut einige Tage nicht verschwindet.

Marius auf Vulcano

Faszinierend sind die tollen Farben der Felsen auf dieser Insel. Weite Teile sind total unfruchtbar.
Auch der große Krater spuckt hier nur Schwefeldämpfe aus.
Irgendwie ein interessantes Fleckchen Erde. Eben einfach faszinierend und beeindruckend. (trotz des Gestankes)

Acqua di Bagno

Nun war es schon Nachmittag geworden und es hieß Abschied nehmen von den Liparischen Inseln. Geplant war eine ca. 2 stündige Rückfahrt. Doch dann passierten wir die Straße von Messina. Das Meer wurde immer unruhiger und Wind kam auf. Das Schiff lag teilweise quer im Wasser und das Sonnendeck war bald Menschenleer, da die Gischt über das Deck schoss. So wurde eine 3 1/2 stündige abenteuerliche Fahrt daraus. Gegen 19:30 Uhr erreichten wir dann wieder im ruhigen Wasser unseren Hotelstrand. Noch Stunden danach hatten wir das Gefühl zu schwanken wenn man die Augen zumachte. Insgesamt eine anstrengende aber lohnenswerte Schiffsreise.

Seitenanfang

zum Anfang

Ich hoffe man merkt
es diesem kurzen Reisebericht an.
Kalabrien ist eine Reise abseits vom großen
Massentourismus wert. Ein rundum gelungener Urlaub.
Die Auswahl unseres nächsten Reiseziels gestaltet
sich nun besonders schwer. Aber ich bin sicher
 wir finden etwas für 2002.

erstellt im Juli 2001 von Ronald Renner

zur 1. Seite des Reiseberichts

zurück zur
Seite 1 (Kalabrien)

Hat euch der Bericht gefallen ? Schreibt doch einfach mal ins Gästebuch !